Íkologische Landschaftswiederherstellung

Der Name Bosque de Paz (Wald des Friedens) hat seinen Ursprung in der Philosophie, dass Pflanzen und Bäume essenziell für das Leben an sich sowie die Sicherstellung der Nahrung und den Zusammenhalt der Gemeinschaft sind.
Es ist unabkömmlich nicht nur den Bedarf existierender, natürlicher Öko-Systeme zu erkennen, sondern auch bereits geschädigte Gebiete wiederzubepflanzen. Wenn nicht, wird sich die Verwüstung ausdehnen und die Zahl brauchbarer Landflächen wird noch weiter zurückgehen. 
Als eine Folge wären gewalttätige internationale Konflikte, den Besitz fruchtbaren Landes und Wasserressourcen betreffend, unausweichlich.
Das Ziel von Bosque de Paz ist es, die Welt ein bisschen grüner zu gestalten, Schritt für Schritt. 
Verbindung von Feld- und Waldwirtschaft (Agroforestry)

Was ist Forest Farming?

In unserer "Forest Farm" pflanzen wir eine Vielzahl von Bäumen, Bambus und Büschen mit dem Ziel, einen dichten Wald mit einer hohen Artendiversität und einer Vielzahl an nützlichen Produkten, wie z.B. Holz, Früchte, Baumaterial und Feuerholz, zu erhalten. Auf diese Art und Weise, verbessern wir auch den ursprünglichen Lebensraum, die Wasserqualität, die Regenerierungsmöglichkeiten der Natur und den Landschaftswert. Das Pflanzen der Bäume wird dabei in 2 verschiedenen Weisen durchgeführt: entweder in Kombination mit traditionellen landwirtschaftlichen Kulturen (agroforestry), oder in einer eher chaotischen Form, welche den ursprünglichen Wald kopiert (analog forest).   

 

Im Jahr 1995 haben wir 15 ha vegetationsloses und durch viele Jahre schlechter Anbaupraxis (z.B. slash-and-burn) degradiertes Land gekauft, in welchem sich heute das Projekt Bosque de Paz befindet. Anschliessend startete ein langer Prozess, in welchem die Bodenbildung gefördert und das Land in seine ursprüngliche Produktivität überführt wurde. Auf der Farm kombinieren wir Kulturen mit kurzen Anbauperioden (z.B. Getreide und Bohnen mit Anbauperioden von 8 Monaten) mit einer Art Früchtewald, welcher ein permanentes und dauerhaftes Produktionssystem bildet. Dieser Früchtewald erbringt im Durchschnitt erst nach 5 - 10 Jahren Erträge.  


Das Tal des Flusses Guallupe, ein Seitental des Flusses Mira, in welchem sich die Farm befindet, war ursprünglich mit einem feuchten Nebelwald bedeckt. Jetzt, 50 Jahre später, besteht die dominierende Vegetation aus aridem Grasland (pajonal). Nur in den sehr steilen Erosionsrinnen und auf den entfernten und unerreichbaren Teilen der Hügelketten findet sich noch die ursprüngliche Vegetation. Diese Stellen bilden die Quelle der Pionierpflanzen für Bosque de Paz. Seit dem Jahr 1997 haben wir so mit dem Übersiedeln von Teilen des verbliebenen Regenwaldes begonnen, wobei unser Fokus speziell auf Obstbäumen liegt. Die neuen Stücke dieses wiederbelebten Waldes erlauben heute die ersten Früchteernten. 

 

Forest Farming, ein künstliches Ökosystem in Bosque de Paz - ein Langzeitprojekt 

Hier finden sie eine Fotostory zur Ökologischen Wiederherstellung in Bosque de Paz 

Forest Farming, auch bekannt unter den Begriffen Home Garden, Compound Farm, Forest Garden, Food Forest, Permaculture Farm etc., ist eine der ältesten Formen der Landnutzung in vielen Teilen der Tropen. Es handelt sich dabei um ein hoch intensives und oft anspruchsvolles Produktionsystem, welches die Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen grundlegenden Gütern für autarke Gemeinden erlaubt. Die heute fast ausgelöschten indigenen Stämme, bauten damals ihre Häuser unter den Kronen, von für sie wertvollen Regenwaldbäumen, und pflanzten in ihrem Schatten kommerzielle Kulturen wie Bananen, Kaffee, Kakao und eine Vielzahl von tropischen Früchten. Dadurch erschufen sie sich ein bemerkenswert effizientes Produktionssystem, welches sie mit allen grundlegenden Produkten versorgte und gleichfalls Produkte für das kommerzielle Handeln abwarf.   

Eine "forest farm" imitiert die komplexe Struktur des natürlichen Waldes. Die Kronenschicht enthält vor allem lichtliebende Baumarten. In der tieferen Baumschicht finden sich schattentolerante Arten. Unter dieser Baumschicht findet man die Buschschicht, die Krautschicht und die Wurzelzone. Es gibt eine weitere vertikale Gliederung, welche sich durch Bodenbedecker, Rankpflanzen und Kletterpflanzen ergibt. In einer "forest farm" nutzt man alle diese Schichten gewinnbringend für die Farm, wobei die einzelnen Pflanzen sorgfältig nach ihrer Kompatibilität untereinander ausgewählt werden.  

Das Ergebnis ist ein von Menschenhand erzeugtes Ökosystem gemacht aus einer unglaublichen Vielfalt von Pflanzen, alle auf unterschiedliche Weise gepflanzt, ganz ihrer Art entsprechend. Aufgrund ihrer multi-dimensionalen Struktur und ihrer Artenvielfalt von Pflanzen ist die Forest Farm ein symbiotischer Organismus und neigt dazu die natürliche Kraft und Balance eines Waldes zu verbreiten. Insektenplagen und Krankheiten sind deutlich seltener.  </p>