Bambus in Boque de Paz Print E-mail

Bambus ist der allgemeine Name für mehr als 1200 Arten von diesem Riesengras, das auf der ganzen Welt vorkommt, hauptsächlich in China, Japan sowie der östlichen und südöstlichen Region Asiens. Ebenso können Bambuswälder in Nordaustralien, Indien, Sub-Sahara in Afrika sowie in den tropischen Regionen von Amerika gefunden werden. Bambuswälder unterscheiden sich signifikant von Hartholzwäldern, besonders in der Art des Wachstums und der Reproduktion. Bambuswälder wurden und werden immernoch von den Menschen für viele Jahrhunderte als eine Nahrungs- und vor allem Baumaterialquelle genutzt, besonders in Asien und dem tropischen Süden von Amerika. Zusätzlich zu ihrer materiellen Wichtigkeit besitzt der Bambus in China und Japan einen besonderen kulturellen Wert. In China ist er das Symbol der Langlebigkeit und Bambushaine sind ebenso in vielen buddhistischen Tempeln zu finden. In der japanischen Shintoreligion umgeben Bambuswälder oft die Schreine und Altäre, da man an ihre spirituellen Schutz vor bösen Geistern glaubt.  

Die Sprossen des Drendocalamus asper sind essbarBambusa vulgaris (Chinese Bamboo) 

Der Reproduktionsprozess von Bambuswäldern

Während Hartholzwälder teils hunderte von Jahren brauchen, um sich zu bilden, wachsen Bambuswälder sehr schnell und können innerhalb von 3 bis 7 Jahren 25-30m hohe, vollausgebildete Bambusstämme hervorbringen. Der Hauptgrund dafür ist, dass der Bambus kein Holzgewächs ist, sondern ein Riesengras. Und somit wachsen die Bambusse innerhalb nur einer Wachstumsphase von 3 bis 4 Monaten zu ihrer vollen Größe heran. Nachdem ein Bambusstamm gestorben ist, wächst ein neuer heran um ihn zu ersetzen. Jeder neue Bambusstamm, der vom Hauptwurzelsystem hervorwächst ist dicker und länger als sein Vorgänger und wird ebenso die volle Größe innerhalb einer Wachstumsphase erreichen.  

Guadua angustifoliaCaña Guadua

Die bestbekannteste Art in Lateinamerika ist Caña Guadua (Guadua angustifolia). Wegen des Modernisierungswahns, der den Elementen der Natur eine gewisse Minderwertigkeit zuspricht, wird der Wert des Guadua nicht anerkannt. In weiten Teilen Ecuadors wird der Guadua, als wäre er ein Unkraut, vernichtet, um landwirtschaftlich nutzbare Flächen zu gewinnen. Der Bambus bietet eine exzellente ökonomische sowie ökologische Alternative zu Holz von Bäumen, dessen Preis auf Grund der massiven und weltweiten Deforestation ansteigen wird, da diese Pflanze von besonders schnellen Wachstum ist und bereits nach 8 Jahren geschlagen werden kann.   

Eine Hauskonstruktion in Bosque de Paz, dessen Struktur nur aus Bambus bestehtBambus kann vielfältig verwendet werden, u.a : Haus- und Möbelbau, Laminate, Parkett, als Zellstofflieferant Weiterhin trägt der Bambus zur Erhaltung der Umwelt bei, z.B. Indem er Wasserquellen schützt (für die Wiederaufforstung von Flusstälern) und durch seine starkes Wurzelwerk Erosion und Erdrutschen vorbeugt. Bambus ist ein einzigartiges Baumaterial, das sehr stark und dicht ist. Die Zugfestigkeit bleibt während des ganzen Lebens des Bambus gleich, aber erst mit dem kommenden Alter wird eine hohe Strukturstärke aufgebaut. Um das volle Potenzial des Bambus auszuschöpfen, ist es wichtig einige Voraussetzungen zu bedenken: Bambus, der am Hang wächst, ist stabiler als einer, der in der Ebene wächst. Weiterhin ist Bambus stabiler, wenn er in nährstoffarmen Boden aufwächst, als wenn er viele Nährstoffe vorfinden kann. Außerdem schrumpft (besonders junger) Bambus ein wenig im Durchmesser nach dem Schneiden. Es gibt einige bestimmte, natürliche Begrenzungen in der Bauweise mit Bambus. Die Stärke im Bambusmark zieht Insekten an und unbehandelt kann er verrotten oder von Insekten befallen werden. Bambusarchitekturen werden immer beliebter: Es hat sich von einem Baumaterial für die armen zu einem ausgewähltem Baustoff für Architekten und Künstler mit kreativen Ambitionen gewandelt. Auch wenn die Welt noch nicht scheint bereit zu sein für ganze Städte aus Bambus, ist sie bestimmt bereit für Eigenheime, was sich auch in der nahen Zukunft etablieren wird.   

 

 

Bambusarten, die im botanischen Garten von Bosque de Paz zu finden sind:

Bambusa vulgaris (gelb-grün gestreifter Chinabambus)

Phyllostachys pubescens

(Chinese 'Moso')

Dendrocalamus asper (Riesenbambus)

Phyllostachys nigra

Dendrocalamus latiflorus

Phyllostachys aurea


Dendrocalamus longispiculata

Guadua angustifolia (Eine Art mit und eine Art ohne Stacheln)

Dendrocalamus oldhamii

Guadua angustifolia bicolor

Bambusa tulda


Guadua aculeata

Bambusa ventricosa